Preisverleihung, Parade und Abschlussfeier

Zwei Tage nach unserem Wettbewerbsauftritt (Donnerstag, 12.06.2018) fand nun endlich die Preisverleihung statt. Wir waren schon sehr gespannt. Als wir zur Moreletapark Church kamen, erwartete uns eine Bombenstimmung – alle Chöre waren mit Fahnen ihres jeweiligen Landes ausgerüstet, tanzten und sangen mit der Musik mit. Auch wir waren voll motiviert dabei!

Am Samstag wurden Chöre in sieben Kategorien – jeweils Open Competition und Champion Competition – gekürt. Mit jedem Chor, der seine Diploma und seine Medaillen erhielt, jubelten wir lautstark mit. Als dann unsere Kategorie „Pop Choirs“ als fünfte Kategorie aufgerufen wurde, spitzte sich die Anspannung zu. Wir zitterten mit jedem weiteren Chor, der aufgerufen wurde, ob wir uns nicht als nächstes in der Ansage hören würden. Wir zählten sogar die Plätze runter: Nicht letzter. Nicht vorletzter. Nicht 12. Nicht 11. Nicht 10. Nicht 9. Nicht 8. – dieser Chor erhielt bereits eine goldene Medaille. Wir konnten die Spannung kaum aushalten. Als mit dem 7. Platz der „Chor der Technischen Universität Wien“ aufgerufen wurden, gab es für uns kein Halten mehr: Wir sprangen auf, ließen unsere TU Chor-Schals flattern und jubelten lautstark „T – U, T – U“ und ein „Ipp, Ipp, Hurra“ (statt „Hipp“ verwenden wir „Ipp“, um unseren Chorleiter Andreas Ipp hochleben zu lassen). Mit 81,63 von 100 von der Jury vergebenen Punkten haben wir es tatsächlich geschafft, eine goldene Medaille zu gewinnen. Champion unserer Kategorie ist der bereits dreifache Gewinner „Dekoor“ aus den Niederlanden geworden, der nicht nur die Jury, sondern auch die anderen Chöre mit einer tollen Performance überzeugen konnten.

Am Samstagnachmittag fand die „Parade of Nations“ im Stadtzentrum von Pretoria statt, die wir zu unserer großen Freude als erster Chor anführen durften. Von den fünf teilnehmenden Chören aus Österreich waren wir die einzigen, die an der Parade teilnahmen und somit Österreich vertreten haben. Auf dem Weg zu den Union Buildings wurden immer wieder Leider gesungen und miteinander getanzt. Die Abschlussveranstaltung in der Sun Arena war wie ein gigantisches Konzert: Auf der Bühne wurde performt und ein Zusammenschnitt aus den vergangenen 11 Tagen der World Choir Games gezeigt. Der riesige Festival Choir, bestehend aus mehreren Chören, sang begleitet von Orchester und Band einige Lieder. Jede Nation wurde aufgerufen und mit der Landesfahne vertreten auf die Bühne geholt. Bei „Austria“ passierte ein kleines Hoppala – wir wurden mit „Australia“ verwechselt. Höhepunkt der Veranstaltung war das von allen Chören gemeinsam gesungene, von John Rutter eigens für die 10th World Choir Games arrangierte Stück „One Voice“.

Um auch unserem Ruf als „Party Chor“ gerecht zu werden, haben wir nach der Rückkehr von der Abschlussveranstaltung in der Unterkunft noch fleißig gefeiert, gesungen und getanzt.

Tag der Entscheidung

Am Donnerstag war nun endlich der große Tag, für den wir uns so lange und intensiv vorbereitet haben. Für unseren Chorleiter Andreas Ipp war es sogar doppelt ein großer Tag, da es auch sein Geburtstag ist. So haben wir ihn zu Mittag mit Muffins, Luftballons, Geschenken und – wie es sich für einen Chor gehört – einem Ständchen überrascht.

Sowohl vormittags als auch nachmittags haben wir für unseren Auftritt nochmal an Details gefeilt und für den letzten Feinschliff gesorgt. Andreas Ipp hat uns nochmal daran erinnert, was beim Auftritt am Abend am Wichtigsten ist: Die Freude. Der Spaß. Die Begeisterung. „Egal, was passiert, so war es immer geplant,“ erklärte er mit einem Augenzwinkern.

Kurz vor dem Auftritt war besonders die Aufregung sehr präsent, aber sobald wir auf der Bühne standen, konnten wir unsere Gedanken loslassen; denn bereits beim Ansagen der Lieder war das Publikum begeistert. Dies war natürlich ein riesiger Motivationsschub für uns, und so konnten wir unsere nötige Spannung bereits zu Beginn aufbauen. Danke des großen Applauses des Publikums konnten wir problemlos unsere Energie während des Auftritts auch beibehalten. Die Jury schien ebenfalls begeistert zu sein – sie applaudierte lautstark. Auch unser Chorleiter war nach dem Auftritt begeistert. Die Euphorie war sehr groß. Wir konnten es selbst gar nicht fassen, wie gut alles funktioniert hat und wie gut unsere Performance im Publikum ankam. Es war also in jedem Fall ein sehr großer Erfolg für uns persönlich.

Da wir der zweite Chor in der Kategorie „Pop Choir“ waren, haben wir uns danach auf die andere Seite der Bühne begeben und im Publikum mitgefiebert und -gejubelt. Wir konnten auch von anderen Chören etwas Lob wie „Well done!“, „You’re awsome!“ und „You were our favorites!“ einheimsen.

Trotz der späten Stunden fuhren wir gemeinsam mit dem Bus zurück in unsere Unterkunft und beglückten unseren Fahrer mit verschiedenen Kanons. Mit einer langen und sehr sangesreichen Feier haben wir diesen erfolgreichen Abend ausklingen lassen.

Am Freitag werden noch die übrigen Chöre aus unserer Kategorie auftreten, die wir uns teilweise auch anhören können und werden. Am Samstag findet vormittags die „Award Ceremony“ statt, bei der wir unser Ergebnis erfahren werden. Wir sind schon sehr gespannt.

Coaching mit Johan Rooze & Freundschaftskonzert in Ga-Rankuwa

Heute Vormittag hatten wir die besondere Gelegenheit und Ehre von Johan Rooze in unserem Auftrittsstück „Say Something“ gecoacht zu werden [www.johanrooze.nl]. Er hat uns vor allem eines beigebracht – worauf es ankommt ist die Energie! Als brave Studenten der TU Wien wissen wir natürlich, dass Energie (genauer genommen Arbeit) gleich Kraft mal Weg ist. Weg haben wir bereits einen langen hinter uns und ohne Frage arbeiten mit aller Kraft am Perfektionieren unseres Auftrittes. Somit sind alle Faktoren erfüllt bei unserem morgigen Wettbewerbsauftritt wirklich ALLES zu geben.

Nach einer kurzen Pause, bei der wir die herrlichen Sonnenstrahlen genossen haben, einer anschließenden Probe, bei der wir das Feedback gleich umgesetzt haben, und dem Mittagessen stand dann am Nachmittag um 17:00 unser Freundschaftskonzert in Ga-Rankuwa auf dem Plan. Nach pünktlicher Abfahrt um 16:00 und einer geplant dreiviertelstündigen Fahrt die anderthalb Stunden gedauert hat, hätte uns schon fast der Mut verlassen, als wir schließlich weit im „Outback“ doch noch unsere Location gefunden haben. Alle Sorgen waren dann aber schnell vergessen, als wir vor dem südafrikanischen Publikum performen durften. Die Herzlichkeit und Begeisterung die uns förmlich entgegenschlug ist kaum in Worte zu fassen. Aber dass wir die gesamte Rückfahrt gesungen haben, ist ein klares Indiz dafür, wie sehr uns deren Freude angesteckt hat. Nichtsdestotrotz werden wir den Abend ruhig ausklingen lassen und früh zu Bett gehen um Kräfte für morgen zu sammeln. Wir sind gespannt!

Chortiere im Pilanesberg Nationalpark

Neuer Tag, neues Abenteuer – dieses Mal starteten wir bereits um 5:00 Uhr früh und machten uns auf zum Nationalpark Pilanesberg. Unser Guide Ntsimani sorgte für gute Stimmung im Bus – und so konnten die Nationalpark-Guides Bridence und Nyiko einen motivierten und relativ munteren Chor übernehmen.

Unsere Safari wurde natürlich TU-Chor-like mit „The Lion Sleeps Tonight“ begonnen. Gleich zu Beginn wurden wir von einer Giraffe direkt auf der Straße begrüßt. Unsere Guides waren immer bestens informiert und wussten genau, wo die Tiere zu finden waren. So hatten wir das Glück alle der Big Five (Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard) und auch einige der Ugly Five (Warzenschwein, Marabu, Geier, Gnu und Hyäne) zu entdecken, nämlich Gnu und Warzenschweine. Darüber hinaus wurden sogar Geparden gesichtet – von diesen gibt es immerhin nur sieben im ganzen Nationalpark, wie uns Guide Nyiko erzählte.

Nach der aufregenden Safari freuten sich die TU Chortiere endlich wieder singen zu dürfen und auf eine schöne, warme Mahlzeit in der Bakubung Lodge, wo auch noch ein paar Affen zu Besuch waren.

Während der Rückfahrt konnten sich alle von dem aufregenden Ausflug etwas erholen, um wieder mit neuer Energie in die nächste Probe zu starten – wir wollen den Zuhörer_innen beim Freundschaftskonzert am Mittwoch und beim Wettbewerbsauftritt am Donnerstag natürlich unsere bestmögliche Performance bieten!

Musikalisches Tshwane

Singend entdecken wir jeden Tag ein bisschen mehr von Tswhane – und sind begeistert, dass offenbar jede und jeder in diesem Land singen kann. Bereits am Morgen wurden wir beim Frühstück von einem Teil des Personals mit einem Ständchen beglückt. So lässt sich der Tag gut starten! Vormittags ging es musikalisch weiter – wir feilten an unseren Wettbewerbsstücken und konzentrierten uns auf deutliche Aussprache und Tempo. Mittags hatten wir die Gelegenheit und revanchierten uns bei unseren Gastgebern mit „May it be“ von Enya sowie den afrikanischen Stücken „Emarabini/Nkomo Ka Baba“ und „Baba Yetu“. Gemeinsam mit dem Küchenpersonal sangen wir „Oh Happy Day“ – ein magischer Moment für uns alle.

Nachmittags entdeckten wir gemeinsam mit Zenia, Ted und Emma, Studierende aus Tshwane, die Innenstadt. Es war eine gute Gelegenheit, Zenia näher kennenzulernen. Sie wird uns bei unserem Wettbewerbsauftritt auf der Bühne ankündigen. Als großer Rammstein-Fan hat sie extra darum gebeten, diese Aufgabe übernehmen zu dürfen, als sie herausgefunden hat, dass wir „Engel“ singen.

Bevor es zur Innenstadt losging, bekamen wir noch eine ausführliche Einführung in das öffentliche Verkehrssystem. Um einen Einzelfahrschein lösen zu können, muss man vorher ein Formular ausfüllen und sich zusätzlich ausweisen können. Danach erhält man eine Karte, die man mittels Pin Code aufladen kann. Da dieses Prozedere für alle zu lange dauern würde, entschieden wir uns für den Fahrtdienst Uber. Wir steuerten Church Square an, wo wir mit Getrommel empfangen wurden. Ein paar Kinder baten damit um freie Spenden. Wir wanderten gemütlich durch die Innenstadt, entdeckten die Post in einem beeindruckenden Gebäude und fanden heraus, dass es zwar alte Straßenbahnschienen gab, aber nie eine Oberleitung dazu gebaut wurde. Unsere letzte Station war die Statue von Staatsgründer und Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela, wo wir das traditionelle afrikanische Lied „Shosholoza“ zum Besten gaben.

Den Tag ließen wir gemütlich bei Pizza ausklingen. Da das Wetter uns in vorweihnachtliche Stimmung versetzte, stimmten wir einige Weihnachtslieder an. Übrigens sind es noch 167 Tage bis zum 24. Dezember 😉

Tagesausflug nach Johannesburg und Soweto

Heute hieß es früh aufstehen, da wir nach einem schnellen Frühstück in der „Dining Hall“ einen Ausflug per Bus nach Johannesburg und Soweto geplant hatten. Ein paar von uns durften nach dem ersten Besuch des „World Choir Village“ gestern Abend etwas länger ausschlafen: Dort haben wir bereits erste Bekanntschaften mit anderen Chören gemacht, mit ihnen getanzt und auch das unter unseren Fans bekannte „90er Medley“ zum Besten gegeben. Mit „Pata Pata“ im Anschluss wurde uns dann schon richtig warm.

Nachdem wir uns zu Beginn unserer Bustour vom gestrigen Abendprogramm erholten, gab es einiges zu sehen, wobei uns unser Guide Ntsimani mit vielen Informationen füllte und uns auch mit seinem Humor unterhielt. Wir besichtigten das Zentrum von Johannesburg sowie äußere Stadtteile und konnten den Ausblick auf dessen Stadtrand genießen, wo wir uns natürlich gleich für ein Gruppenfoto mit unseren Chor-Schals zusammenstellen mussten. Im Stadtteil Soweto haben wir das „Nelson Mandela House“ besichtigt und in der Kirche „Regina Mundi“ haben wir einige Leute mit „Baba Yetu“ (dt.: Vater unser) begeistern können.

Nach einem wirklich guten, aber etwas späten Mittagsbuffet ging es weiter zum „Freedom Square“, gefolgt vom „Apartheid Museum“, wo wir einen längeren Stopp zum ausführlichen Besichtigen des Museums einlegten. Hier bekamen wir sogar etwas Regen ab, obwohl es dort eigentlich so gut wie nie regnet. Mit einem Besuch des „Mandela Square“ und des darauf stehenden „Nelson Mandela“-Denkmals endete unsere Bustour.

Wir haben heute wirklich viele Eindrücke bekommen – auch, wie unterschiedlich die Menschen hier leben – es gab allerdings auch einige Einheimische, die einen Eindruck von uns bekommen und die wir mit unserer Freude beim Singen anstecken konnten.

Im Anschluss an die Heimkehr gab es noch eine erste kurze Probe, in der wir unser Wettbewerbsprogramm ins Gedächtnis riefen und versuchten, das Feedback von unserer Generalprobe vor unserem Abflug umzusetzen. Dirigent Andreas Ipp holte sogar mittels einer zweistündigen Skype-Session mit Astrid Vang-Pedersen, die er beim Chorseminar in Goldegg kennen gelernt hatte, noch Tipps zur Steigerung unserer Performance.

Nach der Probe traute sich eine Gruppe, auf der Suche nach etwas Essbarem im Dunkeln noch Richtung Einkaufszentrum zu gehen. Eine kleine Teilgruppe fand sich im Pizzahut wieder, und nachdem der Pizzaofen den Ton „Es“ perfekt angab, konnten sie nicht anders, als zu singen. Nachdem allerdings der Mund voller Pizza war, konnte „You Raise Me Up“ nur auf „mmm(hh)“ gesummt werden. Bei einem Workout mit unserer motivierten Anna Kalchgruber wurde das Abendessen dann wieder erfolgreich abgespeckt.

Landung erfolgreich

Nach einer nicht ganz so ereignislosen Ankunft in Johannesburg ist der TU Wien Chor nun gut in Pretoria angekommen. Wir wären aber nicht wir, hätten wir diese lange Reise ohne Gesang gemacht. So durften sich Passagiere im Istanbuler Flughafenbus über eine Einlage von Hubert von Goiserns „Weit weit weg“  freuen, unseren Pretoria-Busfahrer haben wir mit „Lion sleeps tonight“ begeistert und einige südafrikanische Mitreisende stimmten im Flugzeug bei „Shosholoza“ mit ein.

Eine andere Stadt, ein anderer Kontinent. Aber was ist hier anders als in Österreich? Das Wetter, ganz klar, hier ist im Juli schließlich Winter. Die Zimmer sind bezogen, die Umgebung erkundet. Auch die offizielle Registrierung hat unsere künstlerische Leitung – Andreas Ipp und Jonathan Meyns – bereits erfolgreich abgeschlossen.

Shosholoza ist nun auch unser Motto – denn wir wollen „mutig nach vorne schauen“ auf die kommenden Tage und hoffen, hier einen würdigen Eindruck zu hinterlassen.

Ready for takeoff

Endlich ist es so weit! Der Tag, auf den wir uns nun schon ein Jahr vorbereitet haben und dem wir vorfreudig entgegengefiebert haben, ist gekommen!

Wir machen uns auf den Weg zu den WORLD CHOIR GAMES!

Nach einem passenden Ständchen am Flughafen mit Toto’s „Africa“ wurde uns noch von unserem Bundespräsidenten Alexander van der Bellen viel Erfolg in einem Brief gewunschen. Wir fühlen uns geehrt, Österreich und seine langjährige Musikkultur bei den „Olympischen Spielen der Chormusik“ vertreten zu dürfen!

Dank Turkish Airlines bekamen wir sogar einen eigenen Check-In Schalter und konnten alle Bürokratie- und Sicherheitshürden problemlos überwinden.

Nun: Up Up in the air!!

 

 

T-4 Tage bis zum Abflug: Letzter Feinschliff

Vergangenen Samstag fand unsere öffentliche Generalprobe für die World Choir Games 2018 statt.

Zur Einstimmung blickten wir gemeinsam auf die vergangenen 5 Jahre zurück: Die allererste Probe am 11. Oktober 2012, Frühlingskonzerte, sportliche Vorbereitungen auf Auftritte, geheime Archivbilder von Halloween-Feiern. Danach folgten vor zahlreichen Familienmitglieder, FreundInnen und Gäste unser Wettbewerbsprogramm: Engel, Ain´t No Mountain, Say Something und Uptown Funk.

Feedback im Endspurt

Nur mehr knapp eine Woche bis zum Flug nach Südafrika!

Da unser Wettbewerbsprogramm nun schon fast perfekt sitzt, haben wir uns noch einmal einen Gastdirigenten eingeladen. Lucio Golino, ehemaliger Dirigent der Wiener Sängerknaben und derzeitiger Kapellmeister an der Wiener Staatsoper, hat uns nochmal genauer auf die Finger geschaut und die Stimmbänder gehört.

Wer Lust hat, sich das Ergebnis anzuhören, hat diese Samstag (30.6.2018) um 17:30 im Freihaus Hörsaal 1 der TU Wien die Chance dazu. In einer öffentlichen Generalprobe geben die Wettbewerbsteilnehmer das Programm bei freiem Eintritt zum Besten.